Tier Lexikon - Nilwaran
   
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Nilwaran (Bild: SWR)

Nilwaran


Varanus niloticus

Der mächtige Nilwaran erinnert ein wenig an längst ausgestorbene, urzeitliche Echsen. Mit seinem auffälligen Muster ist er einer der schönsten, aber auch angriffslustigsten Vertreter der Warane.
Aussehen
Nilwarane gehören zur Familie der Warane und damit zu den Kriechtieren. Ihre Vorfahren lebten schon vor etwa 180 Millionen Jahre auf der Erde.
Muster auf dem Rücken (Bild: SWR)
Ihr Körper ist von kleinen Schuppen bedeckt, sie sind grünlich-schwarz gefärbt und tragen ein Muster aus gelblichen Flecken und Querstreifen. Der Bauch ist gelblich und trägt schwarze Flecken. Jungtiere besitzen eine grellgelbe Zeichnung auf dunklem Grund. Die Färbung der Nilwarane wird jedoch immer blasser, je älter sie werden.

Nilwarane sind sehr große Echsen: Ihr Körper wird 60 bis 80 Zentimeter lang, mit dem kräftigen Schwanz messen sie insgesamt bis zu zwei Meter.
Kopf des Nilwarans (Bild: SWR)
Ihr Kopf ist schlank und schmaler als der Körper, die Nasenlöcher sitzen ungefähr in der Mitte zwischen Schnauzenspitze und Augen, der Hals ist relativ lang.

Nilwarane haben vier kurze, kräftige Beine, an deren Enden scharfe Krallen sitzen.
Bei vielen Kriechtieren werden die Zähne ein Leben lang immer wieder durch neue ersetzt; beim Nilwaran ist das anders. Seine Zähne wachsen nicht immer wieder nach, sondern verändern sich im Lauf des Lebens. Bei jungen Tieren sind die Zähne schlank und spitz. Sie werden mit zunehmendem Alter immer breiter und stumpfer und verwandeln sich zu richtigen Mahlzähnen. Manche alte Warane haben Zahnlücken, weil alte, ausgefallene Zähne nicht mehr ersetzt werden.
 
Heimat
Nilwarane leben in Afrika südlich der Sahara von Ägypten bis Südafrika. Andere Vertreter der Warane leben in den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens, Australiens und Ozeaniens.
Lebensraum
Nilwaran im Wasser (Bild: SWR)
Nilwarane gehören zu den Waranen, die einen feuchteren Lebensraum mögen.

Sie sind deshalb meist in der Nähe von Flüssen oder Teichen in lichten Wäldern und Savannen anzutreffen oder auch direkt an den steilen Ufern von Gewässern.
Rassen und Arten
Vom Nilwaran gibt es zwei Unterarten: Varanus niloticus niloticus ist weniger deutlich gelb gezeichnet, Varanus niloticus ornatus ist sehr viel kräftiger gefärbt. Er kommt im südlichen Teil Afrikas vor. Insgesamt gibt es heute 47 verschiedene Waran-Arten von Afrika über Süd- und Südostasien bis nach Australien. Zu den größten gehört der südostasiatische Komodowaran, der angeblich bis zu drei Meter lang und 150 Kilogramm schwer werden kann. Andere bekannte Arten sind der Bindenwaran, der Steppenwaran oder der fast nur auf Bäumen lebende Smaragdwaran.
 
Lebenserwartung
Nilwarane können bis zu 15 Jahre alt werden.
Alltag
Der Nilwaran wird auch Wasserleguan genannt (Bild: SWR)
Ihren Namen haben die Nilwarane vom Nil, dem riesigen afrikanischen Strom im Nordosten Afrikas bekommen. Die Tiere sind tagaktiv - aber erst, wenn sie sich in der Sonne aufgewärmt haben, werden sie richtig munter. Nilwarane halten sich vor allem in der Nähe von Wasserstellen auf. Deshalb werden sie manchmal auch Wasserleguan genannt.

An den Ufern der Gewässer legen sie mehrere Meter lange Wohnhöhlen an.
Nilwaran beim Schwimmen (Bild: SWR)
Nilwarane leben auf dem Boden, sie können schnell laufen. Manchmal klettern sie auch auf Bäume und obendrein sind sie gute und elegante Schwimmer und können bis zu einer Stunde lang unter Wasser bleiben, ohne Luft zu holen.

Bei Gefahr flüchten sie in Seen und Flüsse.


Nilwarane sind Einzelgänger, aber an guten Plätzen mit reichlich Nahrung leben manchmal mehrere verschiedene Waran-Arten gemeinsam.

Nilwarane haben ein eindrucksvolles Imponierverhalten: Bei Gefahr blasen sie den Körper auf, sodass sie größer wirken. Außerdem fauchen sie mit offenem Maul - das alles sieht bei einem so großen Tier recht bedrohlich aus. Ihre beste Waffe ist jedoch ihr Schwanz: Mit ihm können sie wie mit einer Peitsche kräftig zuschlagen. Und auch ihre Bisse können sehr schmerzhaft sein, viel schmerzhafter als die anderer Warane. Überhaupt ist bei einer Begegnung mit Nilwaranen Respekt angesagt: Sie gelten als die aktivsten und aggressivsten Vertreter ihrer Familie.
Freunde und Feinde
Vor allem Menschen sind für Warane bedrohlich. Die Haut des Nilwarans wird zum Beispiel zu Leder verarbeitet; deshalb werden viele dieser Tiere gejagt.

Als natürliche Feinde haben Warane nur große Raubtiere, Greifvögel oder Krokodile zu fürchten.
Nachwuchs
Wie alle Kriechtiere legen Warane Eier. Nilwaran-Weibchen legen zehn bis 60 Eier in Termitenhügel ab.
Kralle eines Nilwarans (Bild: SWR)
Dies geschieht meist in der Regenzeit, da dann die Wände der Bauten weicher sind und die Weibchen sie leichter mit ihren scharfen Krallen aufbrechen können.

Das Loch, in das sie ihre Eier ablegen, wird anschließend von den Termiten wieder verschlossen.

So liegen die Eier warm und geschützt im Termitenbau, denn sie entwickeln sich nur, wenn es 27 bis 31° C warm ist.

Nach vier bis zehn Monaten schlüpfen die Jungen und graben sich aus dem Termitenbau heraus. Ihr Muster und ihre Färbung sorgen dafür, dass sie kaum auffallen. Sie leben zunächst gut verborgen in Bäumen und im Gebüsch. Wenn sie etwa 50 Zentimeter lang sind, gehen sie zu einem Leben auf dem Boden über und suchen dort nach Futter.
Sprache
Nilwarane können fauchen und zischen.
Ernährung
Nilwarane ernähren sich ausschließlich von tierischer Nahrung. Davon futtern sie aber alles, was ihnen vor die Schnauze kommt: Sie fressen Fische, Schnecken, Insekten, Muscheln, Krabben, Frösche, kleine Säugetiere und Eier - vor allem Krokodileier -, aber auch andere Kriechtiere. Junge Warane ernähren sich hauptsächlich von Insekten.
Haltung
Nilwaran im Terrarium (Bild: SWR)
Nilwarane sind keine Haustiere für Kinder, sondern sehr anspruchsvolle Terrarienbewohner.

Sie benötigen ein Gehege von mindesten 2 x 1,5 x 1,5 (Länge x Breite x Höhe) Metern, das mit dicken Ästen zum Klettern und Sonnenplätzen ausgestattet ist.

Sie brauchen unbedingt eine UV-Bestrahlung und die Temperatur muss am Tag zwischen 25° C und 30° C liegen, in der Nacht zwischen 18°C und 20° C. Außerdem brauchen sie eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90%.






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